Aktuelles
Informieren und Koordinieren

Aktuelles

Wie steht es um die Qualität der Fachberatung in der Kindertagespflege?

29 . Juli 2016

 

Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt der Katholischen Stiftungsfachhochschule (KSFH) München nach. Die Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachsen (IKS) begrüßt das Vorhaben und sieht in der Untersuchung die Chance erstmals einen Überblick für Deutschland zu erhalten. Sachsen ist bei der Untersuchung beteiligt.

 

„Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern soll in der Kindertagespflege in gleicher Weise gewährleistet werden wie in einer Kindertageseinrichtung, die in der personellen Ausstattung in der Regel auf ganz andere Ressourcen zurückgreifen kann. Ohne pädagogische Kernkompetenzen absprechen zu wollen, sind Tagesmütter und Tagesväter im Durchschnitt beruflich weniger qualifiziert als das Fachpersonal in Kindertageseinrichtungen. Deshalb bedarf es einer Fachberatung, die diese Differenzen zwischen qualifiziertem und nicht-qualifiziertem Personal in der Kindheitspädagogik abfedern kann“, so der wissenschaftliche Leiter des KSFH Forschungsprojektes Prof. Dr. Gabriel Schoyerer. Die Forscher wollen nun nachvollziehen, wie sich dieser Beratungsauftrag von Fachberatung für Kindertagespflege konkret gestaltet, welche Aufgaben dabei anfallen und welche Leistungen dafür erbracht werden müssen.

 

Simone Kühnert, Projektleiterin der IKS, begrüßt das Forschungsvorhaben der KSFH und sagt mit Blick auf Sachsen: „Wir haben als erstes Bundesland Qualitätskriterien für die Kindertagespflege beschrieben. Die Fachberatung ist dabei ein wichtiger Bestandteil. Zwischen Anspruch und Praxis klafft oft eine unübersehbare Lücke. Die länderübergreifende Betrachtung durch die Münchner Forscher wird hoffentlich auch aufzeigen wie groß diese Lücke ist und wo besonderer Handlungsbedarf steht.“

 

Die fachliche Beratung und Begleitung der Kindertagespflege ist im SGB VIII, §23 gesetzlich geregelt. Die IKS kritisiert jedoch, dass die Fachberatung beim Ausbau der Kinderbetreuung vernachlässigt wurde, obwohl sie dort als zentrale Schnittstelle für die Erlaubniserteilung und die weitere Entwicklung der Kindertagespflege ist.

 

In Sachsen stehen aktuell verschiedene fachliche Beratungsstrukturen zur Verfügung die sich jeweils nach den kommunalen Zuständigkeiten unterscheiden. Während in Leipzig auf ein trägerunterstütztes Modell zurückgegriffen wird, etablierte die Landeshauptstadt Dresden ein Modell der Beratungs- und Vermittlungsstellen. Die sächsischen Landkreise halten die Fachberatung durch den öffentlichen Träger der Jugendhilfe (Jugendamt) vor. Allein der Landkreis Meißen wird durch eine Beratungs- und Vermittlungsstelle unterstützt.

 

Das Forschungsprojekt „Qualitätsbedingungen Fachberatung“ der KSFH läuft noch bis Ende 2017. Nähere Informationen dazu finden Sie unter: www.ksfh.de