Ein Kommentar der IKS

Rechenbrett Die Zahl der Kindertagespflegepersonen ist binnen eines Jahres im Freistaat Sachsen um 101 Personen gesunken. Das geht aus den kürzlich veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes hervor.

Gab es im Jahr 2020 noch 1660 Kindertagespflegepersonen und 7328 betreute Kinder, waren es zum Stichtag am 01. März diesen Jahres 1559 Tagesmütter und -väter sowie 6610 betreute Kinder. Letzteres ist ein Rückgang um 718 Kinder (-9,8 %) in der Kindertagespflege. Die Mehrheit der zu betreuenden Kinder setzt sich mit 6307 Kindern aus der Altersgruppe von null bis drei Jahren zusammen. Das entspricht 95,41 Prozent. 295 Kinder sind zwischen drei und sechs Jahren (4,46 %) und acht Kinder sind älter als sechs Jahre (0,12%).

Auch im Kita-Bereich gab es im Jahr 2021 weniger betreute Kinder (-0,8 %) als noch im Vorjahr. Die Gesamtzahl an Kitas ist dennoch um 0,7 Prozent und die des dort tätigen pädagogischen Personals um 1,6 Prozent gestiegen.

Sowohl die Anzahl an Kindertagespflegepersonen als auch die Zahl der zu betreuenden Kindern ist seit einigen Jahren in Folge rückläufig. Die Gründe für diese Entwicklung sind nach Einschätzungen der Informations- und Koordinierungsstelle Kindertagespflege in Sachen (IKS) vielschichtig.

Unterschiedliche Rahmenbedingungen, mangelnde flächendeckende Vertretungslösungen sowie unzureichende Kenntnis bei Eltern um die Vielfalt in der Betreuungslandschaft und ihrem damit verbundenen Wunsch- und Wahlrecht sind eine Reihe von Gründen. Fehlende Nachfolger:innen bei altersbedingter Aufgabe der Tätigkeit als Kindertagespflegeperson, aber auch anhaltende mangelnde Wertschätzung und Anerkennung des Systems Kindertagespflege begünstigen den Negativtrend in diesem Betreuungssetting. In sehr vielen Regionen Sachsens führte der strategische Ausbau von institutioneller Betreuung zu einem Überangebot an Betreuungsplätzen. Vorzeitige Kündigungen von Betreuungsverträgen durch Eltern und ein Rückgang an Neuverträgen waren vielerorts Folgen für die Kindertagespflege. Letzteres wurde bedingt durch die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen auf die familiäre Situation von Eltern intensiviert.

Die IKS mahnt diesen Zustand an. Mit dem Rückgang verliert Sachsen an Vielfalt von qualitativen Betreuungsmöglichkeiten. Jede Kommune, der es gelingt, die institutionelle Betreuung und die Kindertagespflege bereit zu halten, kann von einem qualitativ hochwertigen Betreuungssystem für Kinder sprechen. Diese Kommune ermöglicht, dass Eltern die Betreuung für ihr Kind wählen können, welche es braucht. Dafür setzen wir uns ein!

Quelle: https://www.statistik.sachsen.de/html/fruehkindliche-bildung-kindertagesbetreuung.html

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