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BMFSFJ: Evaluation des Kinderförderungsgesetzes

04 . März 2015

 

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) veröffentlichte den
5. Bericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes.

 

 

Bild_Fuenfter_Bericht_KifoegDen Fünfter Bericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes (KiföG-Bericht 2015) zum Download finden Sie hier.

Eine Kurzfassung des Berichtes steht Ihnen ebenfalls zum Download bereit. Sie finden diesen hier.

 

 

 

Die Zusammenfassung des Berichtes beleuchtete die Situation der Kinderbetreuung aus verschiedenen Perspektiven und gibt dabi folgende Informationen:

 

Der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder im Alter von unter drei Jahren …

 

… in Bezug auf Kinder:

  • Am 1. März 2014 wurde in Deutschland fast ein Drittel der Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen oder der öffentlich geförderten Kindertagespflege betreut: Seit 2008 stieg die Betreuungsquote der unter Dreijährigen von 17,6 Prozent auf 32,3 Prozent. Die Mehrzahl der betreuten Kinder unter drei Jahren besuchte 2014 – wie schon in den Vorjahren – eine Kindertageseinrichtung.
  • Der Anteil der Einjährigen und der Zweijährigen in Kindertagesbetreuung wuchs kontinuierlich und lag 2014 bei 34,6 Prozent bzw. 59,7 Prozent. Die Betreuungsquote der unter Einjährigen veränderte sich dagegen kaum und bleibt mit weniger als 3 Prozent auf einem niedrigen Niveau.
  • Der Ausbau des Betreuungsangebotes für unter Dreijährige ging nicht zu Lasten des Personalschlüssels und der Gruppengröße in Kindertageseinrichtungen. In Gruppen mit Kindern im Alter von unter drei Jahren betreute am 1. März 2014 eine Vollzeitkraft durchschnittlich 4,1 ganztags betreute Kinder, 2012 war eine Vollzeitkraft noch für 4,5 ganztags betreute Kinder verantwortlich. Auch die durchschnittliche Gruppengröße verbesserte sich bei dieser Gruppenform seit 2010 leicht von 11 auf 10 Kinder im Jahr 2014. Die Anzahl der betreuten Kinder pro Tagespflegeperson stieg von 2,7 im Jahr 2010 auf 3,3 im Jahr 2014.

 

… aus Perspektive der Eltern:

  • 41,5 Prozent der Eltern mit Kindern unter drei Jahren benötigten 2014 einen Betreuungsplatz, die Betreuungsquote lag am 1. März 2014 bei 32,3 Prozent. Damit fehlten zu diesem Zeitpunkt für ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot noch rund 185.000 Plätze. Die Differenz zwischen dem angegebenen Betreuungsbedarf und der Betreuungsquote sank allerdings seit 2012 von 13 Prozentpunkten auf 9,2 Prozentpunkte. Am größten ist die Differenz mit 16,8 Prozentpunkten noch immer bei Eltern mit einjährigen Kindern.
  • Am häufigsten wünschten sich Eltern für ihre Kinder unter drei Jahren eine Ganztagsbetreuung mit mehr als 35 Wochenstunden. Viele Eltern buchten aber auch einen höheren Betreuungsumfang, als sie tatsächlich in Anspruch nehmen möchten.
  • Die Betreuung in Kindertageseinrichtungen war die am häufigsten genutzte und auch die von den Eltern am häufigsten gewünschte Betreuungsform für Kinder im Alter von unter drei Jahren. Bezogen auf die Betreuungsform entsprach das vorhandene Angebot bereits dem Bedarf der Eltern.
  • Die meisten Eltern hatten nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr keine Schwierigkeiten bei der Platzsuche. Sechs Monate nach der Geburt hatten 58,2 Prozent der Eltern bereits eine Platzzusage.
  • Eltern waren in der Regel zufrieden mit der Betreuungssituation. Dabei schnitt die Betreuung in der Kindertagespflege etwas besser ab als die Betreuung in Kindertageseinrichtungen.

 

… aus Perspektive der Jugendämter:

  • Im Kita-Jahr 2013/2014 – nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs – konnten 86,5 Prozent der Jugendämter allen Eltern mit Betreuungswunsch einen Platz anbieten. Eine Klagewelle blieb nach dem 1. August 2013 aus.
  • Im Jahr 2014 ist die Nutzung der einzelnen Ausbaustrategien zwar etwas zurückgegangen, aber noch immer auf einem hohen Niveau. Auch nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs plant der Großteil der Jugendämter, das Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren weiter auszubauen.
  • Der regionale Mangel an Fachkräften für Kindertageseinrichtungen, zu geringe finanzielle Spielräume für eine bessere Bezahlung von Tagespflegepersonen, räumliche Limitierung in Kindertageseinrichtungen und die hohe Arbeitsbelastung des Fachpersonals sind – wie schon in den Jahren davor – die am häufigsten genannten Hürden beim Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige.
  • Die Bedarfsermittlung erfolgt in der Regel zentral durch das Jugendamt. Eine regionale Elternbefragung im Jahr 2013 zeigte, dass der Betreuungsbedarf der Eltern mit Kindern unter drei Jahren auch innerhalb einer Kommune stark variieren kann.

 

… aus Perspektive der der pädagogisch Tätigen in Kindertageseinrichtungen:

  • Im Zuge des Betreuungsausbaus stieg die Zahl der pädagogisch Tätigen von etwa 379.146 im Jahr 2008 auf etwa 522.543 im Jahr 2014.
  • Der Personalausbau wirkte sich nicht auf das Qualifizierungsniveau aus. Die Qualifikation der pädagogisch Tätigen in Kindertageseinrichtungen ist seit 2008 konstant hoch, den größten Anteil bildeten am 1. März 2014 mit 71,9 Prozent Personen mit Fachschulabschluss. Der Anteil an Personen mit Bachelor-, Master- oder Diplomabschluss stieg seit 2008 nur leicht und war 2014 mit 5,3 Prozent noch immer gering.
  • Seit 1990 ist der Anteil der pädagogisch Tätigen in Teilzeit angestiegen. Am 1. März 2014 arbeiteten 41,1 Prozent weniger als 32 Stunden pro Woche, 58,9 Prozent waren vollzeitnah oder in Vollzeit beschäftigt.
  • Der Großteil der pädagogisch Tätigen war mit der Arbeitszeit und der Sicherheit des Arbeitsplatzes zufrieden, die Höhe des Einkommens, die Anerkennung der Tätigkeit in der Gesellschaft und die Aufstiegsmöglichkeiten werden dagegen eher negativ bewertet.

 

… aus Perspektive der Tagespflegepersonen:

  • Das Qualifikationsniveau der Tagespflegepersonen hat sich seit 2008 verbessert: Der Anteil der Personen mit einer Qualifizierung nach dem fachlich geforderten Mindeststandard stieg kontinuierlich an und lag am 1. März 2014 bei 75 Prozent.
  • Noch immer waren die meisten Tagespflegepersonen alleine tätig. Die Großtagespflege gewann in einigen Bundesländern in den letzten Jahren an Bedeutung.
  • An ihrer Tätigkeit schätzten Tagespflegepersonen vor allem die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen. Weniger zufrieden waren auch sie mit der Höhe des Einkommens, der gesellschaftlichen Anerkennung der Tätigkeit und den beruflichen Perspektiven.

 

(Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2015): Fünfter Bericht zur Evaluation des Kinderförderungsgesetzes. Bericht der Bundesregierung 2015 über den Stand des Ausbaus der Kindertagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren für das Berichtsjahr 2014 und Bilanzierung des Ausbaus durch das Kinderförderungsgesetz. Berlin: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Seite 2 - 3)

 

 

"Das kleine 5x5":
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